Grauer Star

Als grauen Star oder Cataract bezeichnen wir eine Trübung der Augenlinse. Diese entsteht in erster Linie durch das Alter (über 60) kann aber auch durch Verletzungen, Stoffwechselerkrankungen oder Medikamente verursacht werden oder auch schon bei der Geburt bestehen. Eine Linsentrübung läuft in aller Regel recht langsam ab.

Dieser Effekt lässt sich durchaus mit einer ungeputzten Fensterscheibe vergleichen. Mit der Zeit wird es immer schwieriger durch die Scheibe zu sehen. Es nützt nichts vor die ungeputzte Scheibe eine neue klare Scheibe zu hängen – das Licht muss ja auch noch durch die ungeputzte Scheibe.

Genausowenig hilft eine Brille bei einer Linsentrübung .

Trübungsformen

Da die Linse im Auge nicht homogen ist können auch unterschiedliche Formen der Trübung auftreten. So kann z.B. überwiegend die Linsenrinde, der Kern oder die Linsenkapsel betroffen sein, oder auch alle Anteile.

Kerntrübung mit leichter Rindentrübung

Hinterer Polstar (angeboren, Überbleibsel aus der Linsenentwicklung)

Kernverdichtung, (hier noch ohne wesentliche Trübung). Dies führt häufig zunächst zu einer z.T. deutlichen Verstärkung der Brechkraft. Dadurch benötigen Weitsichtige weniger Korrektur, also eine schwächere Brille, Kurzsichtige dagegen eher mehr, also eine stärkere Brille.

Das Bild zeigt eine Trübung der Linsenrückfläche (Cataracta subcapsularis posterior) und wird sehr oft bei Diabetikern und bei Langzeitbehandlung mit Kortisonpräparaten beobachtet.

Symptome:

Es kommt zu einer Sehverschlechterung, dies zeigt sich durch unscharfes Sehen.
Hier ein Beispiel aus dem Strassenverkehr.

Vermehrte Blendung.

Diese Bilder zeigen die Auswirkungen des Grauen Stars am Beispiel des franz. Malers Claude Monet (1840 -1926), der während seiner Schaffensperiode den Seerosenteich in seinem Garten immer wieder gemalt hat. Deutlich zu erkennen ist die Farbverschiebung ins rötlich-braune und der Verlust der Schärfe und der Details.

Verblassen der Farben – Farbverschiebung nach Gelb bis Braun

Ursachen

Der graue Star kann verschiedene Ursachen haben:

  • Alter
  • UV-Belastung
  • Rauchen
  • Diabetes
  • Glaukom
  • Verletzungen

Behandlung/Operation

Die Behandlung besteht zunächst in der Entfernung der trüben Linse. Diese Art der Behandlung gibt es schon seit dem Altertum (Starstechen). Dabei wurde einfach mit einer dicken Nadel seitlich in den Augapfel eingestochen und dann die trübe Linse in den Augapfel nach hinten gedrückt. Allerdings wartete man damit bis der Star „reif“, also die Linse vollständig durchgetrübt und damit undurchsichtig geworden war und die Betroffenen somit erblindet waren. Im Ergebnis konnten die Betroffenen danach wieder grobe Umrisse erkennen sich orientieren und einfache Arbeiten ausführen.

Heute sind die Eingriffe weit weniger grob und durch den Einsatz von künstlichen Linsen im Ergebnis mit damals nicht zu vergleichen. Die Operation dient heute der frühzeitigen vollständigen visuellen Rehabilitation, d.h. es kann ein Linsenaustausch bereits vorgenommen werden, wenn durch die Linsentrübung z. B. die berufliche Tätigkeit oder die Fahrtauglichkeit eingeschränkt wird oder auch z. B. zur Korrektur von (grösseren) Fehlsichtigkeiten.

Linsenarten

Sie können zwischen verschiedenen Linsen-typen wählen. Im Gegensatz zu Kontaktlinsen verbleiben diese im Auge.

  • Monfokal – Diese Linsen werden für genau eine Entfernung berechnet. Für alle anderen Entfernungen wird eine (Gleitsicht-)Brille benötigt.
    • sphärisch – Die „Standard“-Linse, eine einfache aber gute Linse.
    • asphärisch – Diese Linsen haben verbesserte Abbildungseigenschaften.
    • torisch – Speziallinsen zum Astigmatismusausgleich. Diese Sonderlinsen werden eingesetzt um starke Hornhautverkrümmungen auszugleichen.
  • Multifokal – Diese Sonderlinsen ermöglichen ein Sehen ohne Brille.

Dr. med. Götz Kamin
Facharzt FMH für Augenheilkunde

Luzernerstrasse 32
5630 Muri AG

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Dr. med. Götz Kamin
Facharzt FMH für Augenheilkunde