Diagnostik

Visus (Sehschärfe)

Da die Sehschärfe nicht nur durch Fehlsichtigkeiten oder Probleme der Hornhaut und Linse, sondern durch Netzhauterkrankungen beeinträchtigt werden kann, ist das eine sehr wichtige Untersuchung. Wir prüfen die Sehschärfe für Ferne (> 5m) und Nähe (Leseabstand ca. 35 cm) – ggf. mit und ohne Korrektur mit standardisierten Sehzeichen (Optotypen).

Amsler-Gitter

Der Test mit dem Amsler-Gitter weist schon sehr frühzeitig auf mögliche Veränderungen hin. Wellenlinien, scheinbare Löcher und dunkle Flecken sind typische Veränderungen, die auf ein Problem im Bereich der zentralen bis mittleren Netzhautareale hindeuten. Allerdings ist ein völlig normales Testergebnis kein sicherer Ausschluss für zentrale oder periphere Netzhautprobleme.
Funduskopie
Funduskopie

Funduskopie / Fundusfotografie

Diese Untersuchung erlaubt einen direkten Einblick in die Augen und die Strukturen hinter der Linse. So können Veränderungen des Glaskörpers, der Netzhaut, des Sehnervenkopfes und der Blutgefäße, bei weiten Pupillen bis in die äußersten Randbereiche der Netzhaut erkannt werden. Mit einer Kamera können wir auch Bilder der Netzhaut aufnehmen und dokumentieren – den zentralen Bereich auch ohne Pupillenerweiterung.

Hinweis: Werden die Pupillen medikamentös erweitert, bedingt dies in der Regel eine 3-4 stündige Fahruntauglichkeit.

Optos / Optomap

Eine Erweiterung der Fundusfotografie ist die Netzhautuntersuchung mit dem Optos. Dies ist ein lasergestütztes Scanverfahren, das Bilder von der Netzhaut in einem Bereich von rund 200° Bildwinkel liefert. (Die konventionelle Fundusfotografie (s.o.) hat üblicherweise einen Bildwinkel von etwa 45°) Dadurch kann mit einem oder wenigen Bildern nahezu die gesamte Netzhaut abgebildet werden – und das bei einer Pupillengröße ab 2mm Durchmesser. Eine Pupillenerweiterung ist dazu also nicht erforderlich. Zudem erlaubt der 2-farbige Scan auch die Differenzierung verschiedener Netzhautschichten.

OCT

Die optische Kohärenz-Tomografie ist derzeit die modernste und vielseitigste bildgebende Untersuchungsmethode für den vorderen und hinteren Augenabschnitt. Sie erlaubt einen Blick wie im mikroskopischen Präparat in und durch die Netzhaut bis in die Aderhaut mit einer Auflösung von mittlerweile unter 1µm. Aber auch im vorderen Augenabschnitt lässt sich z.B. die Hornhaut darstellen und vermessen.

OCT-Angiographie

Es lässt sich sogar der Blutfluss in der Gefäßschicht unter der Netzhaut (Choriokapillaris) darstellen und somit auf die Durchblutungssituation Rückschlüsse ziehen.

Perimetrie (Gesichtsfeldmessung)

Das Gesichtsfeld ist für eine Orientierung im Raum notwendig – je kleiner das Gesichtsfeld umso schwerer fällt die räumliche Einordnung. (Bei der Orientierung spielt die Schärfe nur eine untergeordnete Rolle. Ist das Gesichtsfeld z. B. so klein wie beim Blick durch eine lange Röhre so würde ein Betroffener, selbst mit höchster Sehschärfe, dennoch wie ein Blinder keine Orientierung im Raum haben, da er die wenigen Dinge, die er erkennt nicht zuordnen könnte.) Da viele Erkrankungen der Augen, des Hirns und auch des übrigen Körpers spezifische Gesichtsfelddefekte verursachen, kann das Gesichtsfeld auch über Art und Ursache, als auch über die Lokalisation der Probleme Aufschluss geben.

Farbsehen

Im Zentrum der Netzhaut finden sich in großer Dichte Photorezeptoren für die Aufnahme der 3 Grundfarben Rot, Grün und Blau. Die Farbwahrnehmung kann durch Netzhauterkrankungen, Medikamente oder angeborene Defekte beeinträchtigt sein. Veränderungen der Farbwahrnehmung können bei verschiedenen Erkrankungen ein sehr frühes Zeichen für eine beginnende Beeinträchtigung darstellen. Standardisierte Farbtafeln (z. B. Ishihara oder Velhagen) und das Anomaloskop (Gerät zur differenzierten Untersuchung der Farbwahrnehmung) erlauben einen guten Aufschluss über angeborene oder erworbene Farbwahrnehmungsstörungen.
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